Südafrika-Weinexporte

Südafrika-Weinexporte

von | 21.02.2019

Mit einer Produktionsfläche von knapp 100’000 Hektar Weinreben (ohne Tafeltrauben), und einer Produktion von ca. 420 Mio Litern, entspricht dies einer Produktion von 4’200 kg Weintrauben pro Hektar.
Verglichen mit den meisten Gebieten weltweit, ist dies nur 50% einer „normalen“ Produktionsmenge. Alte Reben und Wassermangel sind wohl die Hauptgründe dafür. Für die Erzeugung von Qualitätswein ist dies jedoch eher ein Vorteil, solange noch etwas Wasser da ist.

Die Weinexporte aus Südafrika in die ganze Welt werden sehr detailliert erfasst. Dabei sind wir Schweizer nicht ein Abnehmer grosser Mengen, trotzdem ist es interessant zu sehen, wie sich die Märkte entwickeln. Insbesondere der Anteil an exportiertem Wein in Flaschen (Packed) gegenüber Offenwein (Bulk) verdient Beachtung, denn dies sagt viel über die Wertschöpfung im Erzeugerland aus.

Diese Grafik zeigt den Exportanteil 2018 in die wichtigsten Abnehmerländer. Schnell wird klar, dass die nordeuropäischen Länder, Nordamerika und Osteuropa zu den Hauptkunden gehören, während die kleine Schweiz mit 1% der Menge nicht ins Gewicht fällt.

Die nächste Grafik zeigt den Gesamt-Export-Mengenanteil an Bulkwein gegenüber originalabgefülltem Wein. Seit 5-6 Jahren hat sich der Anteil von Flaschenwein bei ca. 40% eingependelt. Das waren vor 10 Jahren noch über 60% Flaschenwein. Dies bedeutet einen enormen Verlust an Wertschöpfung in Südafrika. Es  werden nur einfache, sehr günstige Weine offen exportiert. Bei einem Literpreis von EUR 0.20 – 0.40, verdient der Erzeuger nichts mehr.

Da ist es nur verständlich, dass immer mehr Produzenten ihre Weine selber abfüllen und vermarkten möchten. Dafür jedoch wird eine deutlich bessere Qualität der Weine und internationaler Marktzugang benötigt. Beides ist für manche neue Selbstvermarkter schwierig zu erreichen, wie zahlreiche Bruchlandungen zeigen.

 

Wie sieht das für die Schweiz aus?

Tatsächlich ist bei uns der Importanteil von Offenwein aus Südafrika noch viel umfangreicher gegenüber dem Import in Flaschen. Der Anteil Flaschenwein war vor 10 Jahren bei über 30% und ist mittlerweile unter 20% gesunken.

 

Der Grund dafür ist die Weinhandelsstruktur in der Schweiz. Der Schweizer Weinmarkt wird von wenigen marktbeherrschenden Detailhändlern (Coop, Denner, Lidl, Aldi und weitere) geprägt. Diese importieren sehr viel Offenwein zu sehr günstigen Konditionen und füllen diesen selber ab. Diese Weine werden dann mittels Promotionen in grossen Mengen abgesetzt.

2018 waren es über 4’000’000 Flaschen aus Offenweinimport und „nur“ 850’000 Qualitäts-Flaschenwein, diese wurden fast ausschliesslich vom Weinhandel verkauft.

Ja, wir als klassische Weinhändler, spezialisiert auf Weine aus Südafrika, sind in einer kleinen Nische tätig. Aber es gefällt uns sehr gut in dieser Nische, und es macht uns auch etwas stolz unserer treuen und qualitätsbewussten Kundschaft immer wieder neue Entdeckungen präsentieren zu können.

Es ist auch interessant zu sehen, wie sich die Anteile der Rebsorten im Anbau verändert haben, aber später mehr dazu, denn dies würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen.

Über den Autor

Robert Schlag
Oenologe und Geschäftsführer von SAVINIS

Öffnungszeiten Mo - Fr 09:00 - 16:00 Uhr, auch über Mittag, bitte avisieren Sie Ihren Besuch, danke. Ausblenden

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